< DLG attestiert deutscher Landwirtschaft verbesserte Nachhaltigkeit
05.03.19 08:53 Alter: 21 days
Kategorie: topnews, Top-News

Verhaltende Reaktion auf Schulzes Vorstoß zum Umgang mit auffälligen Wölfe


Nach dem Vorstoß von Bundesumweltministerin Svenja Schulze zum erleichterten Abschuss von auffälligen Wölfen wollen sowohl Landespolitiker als auch Branchenverbände Taten sehen. Mit Blick auf die von Schulze angekündigte ?Lex Wolf? zeigte sich Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt überrascht über die Kehrtwende der Ministerin, die bisher jede bundeseinheitliche Regelung zum Umgang mit dem Wolf und die dafür notwendige Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes seit Monaten blockiert habe. Sollte das jetzt anders geworden sein, würde er das sehr begrüßen, erklärte Schmidt. Er äußerte deshalb die Hoffnung, dass es nicht nur bei dieser Ankündigung bleibt.



Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) kann das Wolfsmanagement allerdings nicht bei der Entnahme auffälliger Beutegreifer stehen bleiben. ?Wenn wir die Weidetierhaltung in Deutschland erhalten wollen, brauchen wir auch eine nationale numerische Grenze für den Wolf, die auf die Regionen heruntergebrochen und dort eingehalten wird?, fordert der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling. Angesichts eines Zuwachses von jährlich rund 30 % und einem Wolfsbestand im Jahr 2019 in einer Größenordnung von 1 000 bis 1 300 Wölfen sei eine gesteuerte Regulierung des Wolfsbestandes erforderlich.



Dafür muss laut Hemmerling der vorhandene Spielraum des europäischen Naturschutzrechts auch in Deutschland ausgeschöpft werden, so wie es bereits in Frankreich und Schweden praktiziert werde. Er geht jedenfalls nicht davon aus, dass eine Koexistenz von Wölfen und Weidetieren allein mit Zaunbau und anderen Herdenschutzmaßnahmen zu erreichen ist. Notwendig sei auch die Festlegung von Gebieten, in denen aufgrund der Besiedelung, des Tourismus oder zur Sicherung der Weidetierhaltung die Ansiedelung von Wölfen auf Dauer verhindert werden müsse, betonte Hemmerling.



Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützt den Ansatz von Schulze und pocht darauf, dass die Entnahme von Problemtieren nach wie vor eine Einzelfallentscheidung bleiben muss. Für NABU-Hauptgeschäftsführer Leif Miller macht eine ?Lex Wolf? eine weitere Diskussion über die Übernahme des Wolfs ins Jagdrecht oder die Einführung von ?Schutzjagden? überflüssig. Er sieht vielmehr in einer umfassenden Initiative für den Herdenschutz den richtigen Weg und erwartet hier von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner entsprechende Vorschläge. AgE


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