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05.04.19 13:46 Alter: 81 days
Kategorie: topnews, Top-News

Umweltverbände fordern Abbau der Tierbestände zur Lösung des Nitratproblems


Schwere Versäumnisse werfen die Umweltverbände der Politik angesichts der gegenwärtigen Auseinandersetzungen um eine erneute Verschärfung der Düngeverordnung vor. Der Leiter für Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Christian Rehmer, sprach anlässlich der Bauernkundgebung in Münster von einem jahrelangen Politikversagen. Die Agrarpolitik habe es nicht vermocht, die teilweise massive Überdüngung von Böden und Gewässern zu stoppen Erst die nun drohenden Strafzahlungen aus Brüssel hätten "Bewegung in die Sache" gebracht. Neben technischen Verbesserungen in der Lagerung und bei der Ausbringung der Gülle, fordert der BUND schärfere Maßnahmen in den besonders belasteten Gebieten. Dazu gehöre auch eine Reduzierung der Nutztierbestände.



Auch Greenpeace sieht die Verantwortung für die gegenwärtige Unsicherheit bei der Agrarpolitik. "Nicht die EU und das Bundesumweltministerium haben den Landwirten das Gülleproblem eingebrockt, sondern die Agrarpolitiker von Bund und Ländern", erklärte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter und verwies auf die "missratene Novelle" der Düngeverordnung von 2017. Nunmehr bedürfe es klarer Regeln, "die die Verursacher der schädlichen Überdüngung gezielt treffen und die Nitratwerte schnell senken". Auch nach Auffassung von Hofstetter müssen mittelfristig die Tierzahlen sinken, damit die Güllemenge an die vorhandenen Flächen angepasst werde.



Eine Reduzierung der Tierdichte, ein Stopp von Gülleimporten nach Deutschland sowie eine Düngung, die sich nach dem tatsächlichen Bedarf der Pflanze richtet, sind für den Naturschutzbund Deutschland (NABU) Voraussetzungen für eine flächendeckende Einhaltung der Nitratgrenzwerte. Laut NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sind vor allem für die sogenannten "roten Gebiete" schärfere Vorgaben nötig. "Dazu müssen gezielt die Verursacher der Nährstoffüberschüsse in die Pflicht genommen werden, damit nicht alle Landwirte in Sippenhaft geraten", so Miller. AgE

 

 


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